Kürzlich ist ein weiterer Artikel von mir in der österreichischen und Schweizer Ausgabe der Fachzeitschrift “Der Journalist” über aktuelle Entwicklungen im deutschsprachigen Onlinejournalismus erschienen, den ich meinen WeblogleserInnen (mit freundlicher Genehmigung des Verlags) nicht vorenthalten will. Vielen Dank an alle, die mir mit wertvollen Hinweisen geholfen haben, insbesondere an Daniela Kraus und Lorenz Lorenz-Meyer, Hansi Voigt und Christoph Lüscher.
Bereits vor rund 2 Monaten ist ein “Draft Report” des europäischen Parlaments veröffentlicht worden, in dem Maßnahmen empfohlen werden, die den “alternativen Mediensektor” in Europa förden sollen “in order to guarantee a pluralistic media environment and cultural diversity”. Zielgruppe sind dabei eher Medien wie Freie Radios oder das Community-TV in Wien. Die VertreterInnen der Community Medien gehen von einem Drei-Säulen-Modell im Rundfunksektor aus. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten (ORF; ARD, ZDF…), die privat-kommerziellen Medien sowie die nichtkommerziellen (”freien”) Community Medien. Die letztgenannten sollen Unterstützung bekommen, da sie, wie der Report erwähnt, kaum auf nationaler Ebene gesetzlich verankert sind, sich oft in schwierigen finanziellen Situationen befinden aber wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfüllen:
- “Bottom-up solution for increasing media pluralism”
- “Education and media literacy”
- “Promotion of local creative potential”
Der Bericht erwähnt auch die Herausforderungen für den Sektor der Community Medien im digitalen Zeitalter angesichts des World Wide Web.
Die Blogosphäre, wie golem.de und Robert Basic schreiben, ist damit aber noch nicht gemeint. “Community” ist hier immer noch etwas örtlich gebundenes, trotz der internationalen Zusammenarbeit des 3. Mediensektors. Weiters braucht die EU üblicherweise juristische Personen - wie zum Beispiel einen Verein - als Gegenüber. Einzelne BloggerInnen kommen als Fördersubjekte kaum in Frage. Das widerspräche der Förderlogik. Eine finanzielle Unterstützung seitens der EU könnte aber möglich sein, wenn sich BloggerInnen in Vereinen organisieren würden und Projekte durchführen wollen, die lokal wie auch auf europäischer Ebene wirksam sind sowie Menschen zur Beteiligung an der Medienproduktion ermutigen und ihnen Medienkompetenz vermitteln.
Bei Georg Holzer habe ich gerade einen Beitrag über die österreichischen Twittercharts gefunden. Ganz erfreut, habe ich mich dort an 77. Stelle gefunden. Tatsächlich hat sich die Anzahl meiner Follower in den letzten Wochen erhöht, seitdem ich Twittter wieder häufiger verwende. Über Twitter schicke ich kurze Statements zu meinen aktuellen Aktivitäten oder Ideen.
Gestern Nachmittag war ich als Jury-Mitglied zur Bewertung von rund 40 Internetprojekten zum “young creativity award” der Netd@ys Austria eingeladen.
Der Netd@ys Austria “young creativity award ” ist der jährliche Jugendwettbewerb zur Förderung kreativer Web- und Videoprojekte. Diese Aktion ist eine Chance für alle Schulklassen und StudentInnen (bis 25 Jahre), die ihre kreativen Arbeiten öffentlichkeitswirksam umsetzen wollen.
Ein bisschen enttäuscht war ich schon. Kaum Web 2.0-Projekte und das Thema des interkulturellen Dialogs wurde teilweise völlig verfehlt oder oft nur mit Mühe in die Projektidee hinein interpretiert. Einige engagierte Projekte haben sich die Nominierung oder Preisverleihung aber sehr wohl verdient! Die nominierten Projekte sind seit heute online. Die Preisverleihung findet am 29. Mai im Red-Bull Hangar 7 in Salzburg statt.
Internetkompetenz in der Politik wird offenbar immer wichtiger. So möchte ich gerne auf eine Stellenausschreibung der Wiener Grünen im Rathaus hinweisen, die unter anderem “hohe Affinität zu Technologie und modernen Kommunikationsmitteln” von ihren BewerberInnen wünschen.
Bewerbungsfrist: 28. April 2008
ReferentIn für Kulturpolitik im Grünen Klub im Wiener Rathaus
* 20 Wochenstunden
* Ab Mai 2008 (vorläufig befristet bis Ende September 2008)
Aufgabenbereich
* Fachliche Betreuung kulturpolitischer Agenden
* Vernetzung mit nationalen und internationalen Kulturschaffenden und -vermittlerInnen
* Inhaltliche Vorbereitung von Medienarbeit
* Vorbereitung von Ausschüssen, Gemeinderats- und Landtagssitzungen
Anforderungsprofil
* Teamfähigkeit, Kontaktfreudigkeit, Belastbarkeit, Organisationstalent, Textsicherheit und Flexibilität
* Allgemein politisches und kulturpolitisches Interesse
* Berufserfahrung im Kulturbereich
* Hohe Affinität zu Technologie und modernen Kommunikationsmitteln
Die Version wird unter anderem folgende neue Features beinhalten
* Edit and download meeting recordings for on-demand viewing
* Quickly invite colleagues to join a meeting through integrated Instant Messaging
* Engage colleagues and learners through interactive break-out sessions
* Increase enterprise control with new compliance features
Anfang Mai gibt es eine Online-Präsentation zu der ich mich gerade angemeldet habe. Bin schon gespannt.
Ich mache seit ein paar Wochen spannende Erfahrungen mit Live-Online-Konferenz-Systemen. Über PROJEKTkompetenz.eu haben wir eine Linzenz für Adobe Connect erworben, das wir nun für Projektmeetings oder einfach nur “One-One-Multimedia-Dialoge” verwenden. Das ist sehr praktisch, wenn gemeinsam z.B. ein Word-Dokument oder eine Excel-Tabelle bearbeitet werden kann. Beim gleichzeitigen Bearbeiten können auch Google Docs und ähnliche Dienste noch nicht mithalten.
Adobe Connect im Einsatz beim letzten EU-Dienstag in Salzburg
Interaktive Liveschaltung nach Vorarlberg
Die Integration des Offline- mit dem Onlineraum ist noch eine ziemlich Herausforderung für die Moderation.
Eben habe ich Netviewer, ein Konkurrenzprodukt zu Adobe Connect getestet. War ein sehr freundlicher Live-Test mit einer Mitarbeiterin, mit der man bei einem Anruf sofort verbunden wird. Erster Versuch ist gut verlaufen. Auf den ersten Blick wirkt Adobe Connect aufgeräumter und übersichtlicher. Noch gibt es keine Mac- und Linux-Version. Preisgestaltung dürfte ähnlich wie Adobe Connect sein. Auf jeden Fall das zweitbeste System, das ich bisher gesehen habe.
Übrigens wird der kommende Web Montag in Salzburg am 21.4. ab 18 Uhr auch live und interaktiv ins Internet übertragen. Für die bessere Audioqualität habe ich gerade zwei Funkmikrophone bestellt. Die Videoübertragung erfolgt über ein Nokia N82, das über Bluetooth mit dem Notebook verbunden wird.
Natürlich ist Adobe Connect auch für den Lehrgang “Politische Kommunikation 2.0” im Einsatz, der noch bis Mitte Mai läuft. Einmal wöchentlich findet darüberhinaus ein einstündiges Online-Treffen - als Ergänzung zur asynchronen Zusammenarbeit über Drupal - statt.
Gestern bin ich kurzfristig nach Prag zu einem Projekttreffen am 25.4. von DEMO_net einem “Network of Excellence” (großes EU-Projekt im 6. Forschungsrahmenprogramm) eingeladen worden:
The meeting will bring together practitioners of participation, citizen engagement and eParticipation activity initiated by citizens and community interest groups (NGOs, public interest groups, public associations, 3rd sector organisations, etc.) from all over Europe. It aims to exchange experience from the practitioner’s perspective and contribute to the acceleration of eParticipation implementation in the third sector.
Das Thema interessiert mich sehr. Allerdings muss ich erst sehen, ob ich meine Teilnahme so schnell noch organisieren kann.
Hatte heute Impulsreferat und Diskussion mit MitarbeiterInnen von Akzente Salzburg über Web 2.0 und Jugend. Bin gespannt, wie es weiter geht und in wieweit Anregungen aufgenommen werden. War auf jeden Fall eine gute Diskussion.
“150 medieninteressierte Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren werden verschiedensten Fragen rund um Medien und Journalismus im Rahmen der Jugendmedientage (JMT) 2008 auf den Grund gehen.
Zu diesen lädt die Jugendpresse Österreich erstmalig von 16. bis 18. Mai nach Wien ein. Drei Tage lang werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam und mit Profis der österreichischen Medienlandschaft ihre Chancen, ihre Möglichkeiten und ihre Zukunft in dieser Branche diskutieren, Redaktionen besuchen, sich gegenseitig besser kennen lernen und Kontakte knüpfen.”
Internet und andere elektronische Medien sind im Programm an keiner Stelle erwähnt. Absicht, Ignoranz? Oder versteht man unter “österreichischer Medienlandschaft” nur Print?
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