Im Dezember durfte ich zwei interaktive Live-Übertragungen begleiten:
Am 13.12. wurde erstmals kommentierbar aus dem Gemeinderatsitzungssaal gestreamt. Bis zu 80 Interessierte verfolgten die Debatte des Gemeinderats zum Budget 2012 der Stadt Salzburg.
Ebenso wird auch die kommende Sitzung am 1.2.2012 übertragen werden. Geplant sind dabei die die Verbesserung technischer Aspekte Diskussionsmöglichkeiten mit Stadtregierung bzw. GR-Mitgliedern im Anschluss.
Die Village Innoation Talks am 16.12. vernetzten sechs Dörfer aus Deutschland und Österreich, die miteinander über Innovation im ländlichen Raum diskutierten. Auch dieses Format wird weiterentwickelt werden.
TV-Bericht:
Am 14.2. startet die Webinar-Serie “Innovation Tuesday” des “forums journalismus und medien wien”, die sich mit Innovation im Journalismus beschäftigen wird. SprecherInnen werden von der Crowd vorgeschlagen. Dafür verwenden wir das Tool Tricider. Als Bezahlmethode kommt “Pay-What-You-Want” zur Anwendung.
Unter den EinreicherInnen von Themenvorschlägen bis zum 10.1. wird ein Platz im Crowdsourcing-Workshop (mit mir als Referent) verlost.
Gestern durfte ich einen Vortrag beim Symposium P/ART/ICIPATE II der Universität Salzburg, Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst halten.
Hier meine Präsentation:
Hinweisen möchte ich auch auf meine Linksammlung zum Thema.
Besonders interessant fand ich “Getting In On the Act: How Arts Groups are Creating Opportunities for Active Participation“. (Direkter Link zum PDF-Download)
Arts participation is being redefined as people increasingly choose to engage with art in new, more active and expressive ways. This compelling trend carries profound implications, and fresh opportunities, for a nonprofit arts sector exploring how to adapt to demographic and technological changes.
Das ist eine aktuelle Publikation mit zahlreichen Beispielen und übersichtlicher Struktur. Dank an Christian für diesen Hinweis.
Heute von 10 bis 11 Uhr lief unser erster Versuch interaktives, partizpatives TV mit einem Online-Konferenz-System zu gestalten. Hat viel Spaß gemacht und wir (Otto Tremetzberger, Wolfgang Gumpelmaier und ein paar weitere Teilnehmende) sind um eine Erfahrung reicher.
Fragen, denen wir uns versuchten anzunähern:
- Wie muss das Screenlayout sein, damit es im TV ansehnlich ist?
- Welche Inhalte und Formate sind geeignet?
- Welchen Unterschied gibt es zwischen Interaktion und Partizipation?
- Wie finden wir die nächsten Themen? Crowdsourcing?
Für alle, die nicht dabei sein konnten und sich für unser Experiment interessieren, gibt es eine Aufzeichnung.
In ein paar Wochen folgt die Fortsetzung….
P.S.: Grundsätzliche Infos im vorherigen Beitrag.
Am Montag, den 31. Oktober um 10 Uhr starten Wolfgang Gumpelmaier gemeinsam mit Otto Tremetzberger und mir einen ersten Versuch interaktives, partizipatives Fernsehen mit Online-Konferenzsoftware live zu produzieren.
Wer daran aktiv teilnehmen will, kann sich unter dieser Adresse den Online-Raum einloggen. Es ist lediglich die Eingabe des eigenen Namens erforderlich (“Als Gast eintreten”). Ebenso ist das Geschehen, dann allerdings nur passiv konsumierend, auf dorf.tv on air oder online zu verfolgen.
Wir wollen über die Möglichkeiten sprechen, die Online-Konferenzsoftware für die Gestaltung von Live-TV bieten kann. Auch interessiert die Frage, ob und wie ein TV-Format aussehen könnte, das spontan aber moderiert, partiziptiv aber doch auch passiv konsumierend attraktiv ist. Noch ist das Projekt in einem ersten Ideen-Stadium. Nichts ist fix. Alles ist im Fluss. Wer Lust und Zeit hat soll sich mit Ideen einbringen.
Die Geschichte des interaktiven Fernsehens ist geprägt von zahlreichen – zum großen Teil als gescheitert zu bezeichnenden – Experimenten. Dabei stand üblicherweise die Fernsehsendung im Mittelpunkt, welche den ZuschauerInnen die Möglichkeit gab, auf unterschiedlichen Wegen in die Handlung einzugreifen oder Feedback zu geben. Heute übliche Wege sind das Versenden einer SMS oder ein Telefonanruf. Die Sendung begleitende Twitter-Nachrichten oder ein Facebookchat können bereits fast noch als innovativ gelten. In den Siebziger Jahren versuchte man Feedback des Publikums über An- bzw. Ausschalten des Lichts oder Betätigen des Wasserhahns und die Messung der Verbrauchsschwankung im Elektrizitäts- bzw. Wasserwerk einzuholen. Nie aber wurde der Rückkanal gleichwertig – nie konnte das Publikum (oder in unserem Versuch “the people formerly known aus the audience” (Dan Gillmor) zu einem gleichwertigen Gestalter der Inhalte in Bild und Ton werden. Die Kritik an dieser Idee bringt Jay Rosen 2006 auf den Punkt: “If all would speak who shall be left to listen? Can you at least tell us that?” Wie auch immer: das Fernsehen war und ist ein “one-to-many”-Medium.

In diesem Zusammenhang sei auch auf die Tagung an der Universität Trier am 27. und 28.10.2011 hingewiesen.
Wovon Bertolt Brecht in seiner so genannten „Radiotheorie“ Anfang der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts noch träumte, scheint mit dem interaktiven, dialogischen Web 2.0 Realität geworden zu sein: „Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen.“
Die Ideen Brechts waren immer Vorbild bei der Entwicklung der nichtkommerziellen, partizipativen Medien. Dennoch ist es bis heute nicht möglich, Fernsehen und Radio wirklich interaktiv zu gestalten. Der Rückkanal fehlt dem “one to many”-Medium weiterhin.
Allerdings erlauben heute webbasierte Onlinekonferenz-Systeme auf einfache Art und Weise selbst zum Sender/zur Senderin mit Video, Audio, visueller Präsentation usw zu werden. Dabei muss niemand ins Sendestudio kommen. PC, Webcam und Headset genügen um in das Geschehen am TV-Bildschirm einzugreifen und dieses gleichberechtigt mitzubestimmen.
Was uns interessiert:
- Demonstration einer synergetischen und symbiotischen Verbindung zwischen TV und Webkonferenz
- Verwendung hybrider Ästhetiken: aufgrund des grafischen Aufbaus der Webinar-Software ergeben sich neue, für TV ungewohnte Ästhetiken.
- Die Verknüpfung von Know-How aus den Bereichen TV, Online und Bildung.
- Heranführung “Internet-ferner” Zielgruppen an das Medium Internet, über traditionelle Kanäle (TV)
- Entwicklung eines transmedialen Formats durch die Einbeziehung von Web, TV und mobilen Geräten. Die Teilnahme mit vollständiger Interaktionsmöglichkeit mit Audio, Video usw. ist auf Smartphones und Tablets wie iPhone, iPad, Android, Samsung Galaxy usw. möglich
- Schaffung eines Prototypen für die spätere Weiterentwicklung und Optimierung
Diesen Zähler hat Frank Tentler gerade im Treffpunkt KulturManagement erwähnt (Aufzeichnung). Faszinierend.
Weitere Hinweise dazu auf der Web-Site von Gary Hayes.
Wirklich gut gemacht und interessant.
Bald wird auch in Europa eine Crowdfunding-Plattform starten. Ich finde, dass Media Funders wirklich vielversprechend aussieht. In Europa dürfte es für den Journalismus noch kein vergleichbares Projekt geben. “Global for me” hat offenbar nie wirklich funktioniert und macht einen verschlafenen Eindruck. Interessante Beispiele aus den USA sind allerdings spot.us und emphas.is
Gut gefällt mir an Media Funders auch der Crowdsourcing-Aspekt.
Media Funders ist ein Non-Profit-Projekt aus der Ostschweiz, welches unabhängigen Journalismus und freie Medien fördert und spannenden Journalismus-Projekten zur Finanzierung und Realisierung verhelfen will. Dazu entsteht derzeit unter der Leitung von Initiator Stefan Hertach eine internationale Crowdfunding- und Crowdsourcing-Plattform, die zukünftig Privatpersonen, Journalisten, Medien und Stiftungen zusammenbringen soll.
Sehenswerte Präsentation:
Immer wieder ist es faszinierend zu sehen, dass die Ideen-Crowdsourcing-Plattform Brainr.de funktioniert. Gestern um 16.16 fragte ich dort folgendes:
Für einen Vortrag suche ich spannende Beispiele zum Thema Crowdsourcing im Kunst- und Kulturbereich. Auch interessieren mich folgende Fragen: – Warum ist das Thema interessant? – Welchen Nutzen haben Kultureinrichtungen und das Publikum? Gleichzeitig ist dieser Eintrag ein Test für (hoffentlich) erfolgreiches Crowdsourcing! Freue mich auf interessante Beiträge!
Heute, nicht einmal 18 Stunden später, finde ich bereits folgenden Zwischenstand mit Vorschlägen zum Thema:
Brainr.de funktionert ohne Registrierung. Die Beiträge der Crowd erfolgen vollständig anonym. Die Motivation für die Beteiligung dürfte aus Spaß an der Sache und einer Kultur des Gebens und Nehmens entspringen.
Wer will weiteren Input leisten? Hier ist der Link zu meinem Online-Brainstorming.
P.S.: Den Vortrag werde ich an der Uni Salzburg im Rahmen von “P-ART-ICIPATE – Contemporary Arts initiating cultural and social change” am 3.11. halten. Ebenso wird mich das Thema im Rahmen einer Lehrveranstaltung am Fachbereich Kommunikationswissenschaft im Wintersemester 2011/12 beschäftigen.
Update 20.30 Uhr: Nachmittags habe noch die Frage nach der Motivation der Beteiligung bei brainr.de gestellt. Interessante Antworten, wie ich finde, innerhalb kurzer Zeit.
Für eine Crowdfunding-Studie, an der ikosom und ich arbeiten, sind wir auf der Suche nach ExpertInnen. Crowdfunding ist ja ein Unterfall von Crowdsourcing… Daher dieser Crowdsourcing-Versuch.
The study shall provide recommendations concerning the potential regulation of crowd-funding schemes at the European and the national level. In particular, we are interested in crowdfunding with financial rewards, such as through micro-investments or micro-credits.
Link für ExpertInnen: http://bit.ly/crowdfunding_experts
Vielleicht will sich auch jemand an dieser Übersicht zu Crowdfunding-Plattformen, die finanzielle Investitionen mit Revenue ermöglichen, beteiligen? Socialcompare ist übrigens ein interessantes Tool für Crowdsourcing-Recherche-Projekte.
Diese Liste von Crowdfunding-Plattformen ist noch umfangreicher. Meine Fundsachen – mit Überschneidungen – befinden sich auf delicious.com
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